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Machen Sie Ihre Fabrik zukunftssicher: Der strategische Vorteil von Remote-I/O

Herkömmliche festverdrahtete Systeme führen zu komplexen „Spaghetti“-Schaltschränken, die störanfällig und schwer zu warten sind. Dieser Artikel zeigt, warum die Umstellung auf netzwerkbasierte Rem...

Als erfahrener Experte für industrielle Automatisierung mit 15 Jahren Berufserfahrung werde ich oft gefragt: „Wie entwickelt man ein System, das in fünf Jahren nicht veraltet ist?“ Die Wahrheit ist: Man kann die technologische Zukunft nicht vorhersagen, aber man kann auf Flexibilität ausgelegt entwickeln. Wenn ich meine „Traummaschine“ bauen würde, hätte Modularität für mich oberste Priorität. Hier kommen moderne Netzwerktechnik und Remote-I/O-Technologien zum Tragen, mit denen sich unsere industriellen Steuerungssysteme zukunftssicher gestalten lassen.

Die verborgenen Kosten herkömmlicher Einzelverdrahtung

Viele Ingenieure setzen noch immer standardmäßig auf eine direkte Verdrahtung, bei der jeder Sensor und Aktor zu einer zentralen SPS geführt wird. Dieser Ansatz hat jedoch drei entscheidende Schwachstellen, die meiner Erfahrung nach in der Produktion für erhebliche Probleme sorgen.

  1. Spannungsabfall: Über große Entfernungen kann der Leitungswiderstand die Spannung unter den vom PLC benötigten Mindestwert absenken, wodurch die Signale nicht mehr ausgelesen werden können.
  2. Kapazität und Störungen: Parallel in Kabelkanälen verlaufende Leitungsbündel erzeugen kapazitive Effekte. Das ist besonders bei hochfrequenten Signalen problematisch, da es zu Interferenzen und Datenfehlern kommen kann.
  3. Komplexität und Stillstandszeiten: Die Fehlersuche in einem Kabelwirrwarr ist ein Albtraum. Die Arbeitskosten für Installation und Wartung übersteigen die anfänglichen Einsparungen durch einfache I/O-Geräte bei Weitem.

Warum Remote-I/O die Zukunft der Fabrikautomation ist

Remote-I/O löst diese Probleme durch eine dezentrale Architektur. Statt kilometerweise Kupferkabel zu verlegen, führt man ein einziges Netzwerkkabel – entweder herkömmliches Ethernet oder eine Glasfaserleitung – zu einem dezentralen I/O-Chassis in der Nähe der Maschinen.

Diese Module fungieren als Datenkonzentratoren. Sie erfassen die Signale direkt an der Maschine, digitalisieren die Daten und übertragen sie über das Netzwerk an eine zentrale Steuerung. Dadurch kann eine einzige SPS die Daten einer gesamten Produktionshalle verwalten, unabhängig von der räumlichen Entfernung.

Dezentrales Siemens-ET200-I/O-System

Abbildung 1. Ein typisches dezentrales vernetztes Ein-/Ausgabesystem.

Bewährte Verfahren für Hardware und Konfiguration

Die Implementierung eines Remote-I/O-Netzwerks erfordert eine zentrale SPS mit Netzwerkfunktionen sowie dezentrale Chassis im Feld. Die dezentralen Einheiten übernehmen die physischen I/O-Anschlüsse – Schraubklemmen für 24-VDC-Signale oder steckbare M12-Schnellanschlüsse –, während das Netzwerk die Kommunikation übernimmt.

Die Konfiguration wird durch standardisierte Dateien wie EDS (Electronic Data Sheets) oder GSD (General Station Description) vereinfacht. Diese Dateien ermöglichen es der SPS-Programmiersoftware, die dezentrale Hardware automatisch zu erkennen und die I/O-Tags so abzubilden, als wären sie lokal fest verdrahtet.

Dezentrales, für IP67 ausgelegtes Maschinenmontage-I/O-Modul

Abbildung 3. Ein dezentrales Remote-I/O-Modul von Murrelektronik, ausgelegt für die Montage an Maschinen.

Experteneinblicke: Skalierbarkeit und datenbasierte Wartung

Meiner Erfahrung nach liegt der größte Vorteil dieser Architektur nicht nur in den Einsparungen bei der Verdrahtung, sondern vor allem in der Skalierbarkeit. Das Hinzufügen eines neuen Maschinenzentrums erfordert oft lediglich den Anschluss eines Netzwerkkabels und die Aktivierung einer neuen Unterroutine in der SPS. Eine erneute Verdrahtung des gesamten Schaltschranks ist nicht erforderlich.

Darüber hinaus eignet sich dieser Aufbau hervorragend für die vorausschauende Wartung. Indem an jeder Maschine ein Netzwerk-I/O-Hub platziert wird, können Ingenieure Produktionsdaten in Echtzeit, Stillstandstrends und Wartungskosten von ihrem Büro aus überwachen. So lässt sich genau erkennen, wann eine Maschine Aufmerksamkeit benötigt, bevor sie ausfällt – dadurch wird aus reaktiver Wartung ein proaktives Anlagenmanagement.

Fazit

Die Zukunft der industriellen Automatisierung erfordert flexible, erweiterbare und modulare Designs. Durch den Einsatz von vernetztem Remote-I/O können wir Maschinenzentren vom zentralen Steuerungssystem entkoppeln und so eine schnelle Inbetriebnahme sowie einfachere Upgrades ermöglichen. Dies ist eine kostengünstige Möglichkeit, bestehende Infrastruktur zu modernisieren und intelligentere Fabriken aufzubauen.

Über den Autor

Wang Hao ist Senior Field Application Engineer und spezialisiert auf Robotik und Bewegungssteuerung. Mit einem Hintergrund in Elektrotechnik und praktischer Erfahrung mit Hochgeschwindigkeits-Verpackungslinien ist Wang dafür bekannt, komplexe Probleme bei der Fehlersuche in der Produktion zu lösen. Er veröffentlicht regelmäßig technische Leitfäden zur Optimierung der SPS-Logik und zur Reduzierung von Maschinenstillstandszeiten.

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