Zurück zum Blog

Sicher und vernetzt: Wie IO-Link Safety die modulare Maschinenautomatisierung neu gestaltet

IO-Link Safety verändert die Art und Weise, wie Maschinenbauer sicherheitsbewertete Geräte in modernen Automatisierungssystemen einsetzen. Durch die Kombination von funktionaler Sicherheit mit vere...

Der Vorstoß zu intelligenterer Maschinensicherheit

Maschinenbauer stehen zunehmend unter Druck, Produktionsanlagen schneller zu liefern und gleichzeitig strenge Anforderungen an die funktionale Sicherheit einzuhalten. Unabhängig davon, ob es um die Halbleitermontage, Verpackungssysteme oder die präzise Handhabung von Flüssigkeiten geht: Bediener müssen geschützt bleiben, ohne die Flexibilität der Maschine zu beeinträchtigen.

Diese Herausforderung sorgt für ein erneutes Interesse an IO-Link Safety, einer Technologie, die Einfachheit auf Feldebene mit zertifizierter Sicherheitskommunikation verbinden soll. Statt sich vollständig auf fest verdrahtete Sicherheitskreise zu verlassen, können Hersteller sichere Geräte nun direkt in verteilte Automatisierungsarchitekturen integrieren.

Mit der zunehmenden Verbreitung von Industrial Ethernet entwickelt sich IO-Link Safety zu einer wichtigen Brücke zwischen der herkömmlichen Maschinenverdrahtung und hochmodularen Produktionssystemen.

Warum IO-Link für Maschinenbauer attraktiv wurde

Herkömmliche industrielle I/O-Systeme erfordern häufig separate Verdrahtungsstandards für Sensoren, Aktoren, Analoggeräte und Sicherheitstechnik. IO-Link änderte dieses Modell durch die Einführung einer standardisierten Punkt-zu-Punkt-Kommunikation über herkömmliche M12-Kabel.

Die Architektur besteht typischerweise aus einem IO-Link-Master, der mit mehreren intelligenten Feldgeräten verbunden ist. Zu diesen Geräten können Sensoren, Ventilinseln, Motorstarter, dezentrale I/O-Module und Geräte zur Zustandsüberwachung gehören.

Industrielle IO-Link-Mastermodule für die dezentrale Feldkommunikation

Abbildung 1. Moderne IO-Link-Master bündeln die Kommunikation mit Feldgeräten und reduzieren gleichzeitig die Komplexität der Schaltschrankverdrahtung.

Im Gegensatz zur herkömmlichen diskreten Verdrahtung stellen IO-Link-Geräte Prozessdaten, Diagnosen, Parametrierung und Informationen zum Gerätezustand über einen einzigen Kommunikationskanal bereit. Diese Fähigkeit verkürzt die Inbetriebnahme erheblich und vereinfacht die Wartung.

Für Hersteller, die dezentrale Architekturen einsetzen, werden Technologien, die über Plattformen wie industrielle Kommunikations- und Netzwerksysteme verfügbar sind, zunehmend zu einer Grundlage für die Skalierbarkeit von Maschinen.

Sicherheitssysteme können sich nicht länger allein auf herkömmliche Verdrahtung verlassen

Moderne Sicherheitssysteme erfordern ein deterministisches Kommunikationsverhalten. Not-Halt-Geräte, Schutztürverriegelungen und Lichtvorhänge müssen innerhalb streng kontrollierter Zeitfenster reagieren. Der Datenverkehr über Standard-Industrial-Ethernet allein kann dieses Verhalten bei hoher Netzwerkauslastung nicht gewährleisten.

Diese Einschränkung erklärt, warum Protokolle wie ProfiSafe, CIP Safety und FailSafe over EtherCAT entwickelt wurden. Diese Technologien nutzen Redundanzprüfungen, Zeitstempel, Sequenzvalidierung und ausfallsichere Mechanismen, um eine sichere Signalübertragung zu gewährleisten.

Sicherheitszertifizierte Systeme stützen sich zudem stark auf die zweikanalige Verifizierung. Wenn ein Signalweg ausfällt oder sich unerwartet verhält, muss das System unverzüglich in einen sicheren Zustand wechseln.

Dezentrales sicheres I/O-System, integriert in industrielle Automatisierungsnetzwerke

Abbildung 2. Dezentrale ausfallsichere I/O-Plattformen werden zu einem zentralen Bestandteil dezentraler Architekturen für die Maschinensicherheit.

Wie IO-Link Safety die Gleichung verändert

IO-Link Safety erweitert die standardmäßige IO-Link-Kommunikation durch die Unterstützung zertifizierter Sicherheitsgeräte über ein kompatibles Sicherheitskommunikations-Framework. Ein sicherer IO-Link-Master kann gleichzeitig Standardgeräte und sicherheitszertifizierte Geräte über eine gemeinsame Infrastruktur verwalten.

Dies führt zu einem grundlegenden Wandel in der Konstruktionsphilosophie von Maschinen. Statt mehrere Sicherheitskabel zu zentralen Schaltschränken zu führen, können Maschinenbauer sichere I/O direkt im Feld nahe an der Anlage platzieren.

Geräte wie Sicherheitslichtvorhänge, Not-Halt-Stationen und Verriegelungsschalter können direkt an sichere IO-Link-Hubs angeschlossen werden. Konfiguration und Diagnose werden softwaregesteuert statt verdrahtungsgesteuert.

Sicherer IO-Link-Master für die Kommunikation zur funktionalen Sicherheit

Abbildung 3. Sichere IO-Link-Master verbinden den standardmäßigen Automatisierungsverkehr mit zertifizierter Sicherheitskommunikation.

Weniger Verdrahtungsfehler bei der Inbetriebnahme

Einer der größten Vorteile von IO-Link Safety zeigt sich beim Start und bei der Integration einer Maschine. Herkömmliche Sicherheitseingänge erfordern häufig eine sorgfältige Verdrahtung und Validierung von Testimpulsen. Eine falsche Kanalzuordnung kann schwer zu diagnostizierende Fehler verursachen.

IO-Link Safety vereinfacht diesen Prozess erheblich. Nach dem Anschluss können Geräte automatisch identifiziert, aus der Ferne parametriert und kontinuierlich auf Steuerungsebene überwacht werden.

Dieser Ansatz ist besonders attraktiv für OEMs, die wiederholbare Maschinenplattformen mit mehreren konfigurierbaren Optionen bauen.

Wie die modulare Automatisierung von sicherem IO-Link profitiert

Maschinenbauer bevorzugen zunehmend modulare Produktionszellen gegenüber starren monolithischen Systemen. Automobil-, Pharma- und Elektronikhersteller verlangen heute Anlagen, die schnell an sich ändernde Produktionsanforderungen angepasst werden können.

IO-Link Safety passt natürlich zu diesem Trend, da es fest verdrahtete Abhängigkeiten zwischen Maschinenabschnitten minimiert.

Konzeptdarstellung zur modularen Vernetzung in der industriellen Automatisierung

Abbildung 4. Modulare Automatisierungsarchitekturen sind in hohem Maß auf flexible dezentrale Kommunikationssysteme angewiesen.

Statt ganze Schaltschränke neu zu konstruieren, können Integratoren den Funktionsumfang einer Maschine einfach durch das Hinzufügen weiterer sicherer Feldmodule erweitern. Das reduziert den Engineering-Aufwand und verkürzt die Bereitstellungszeiten.

Dezentrale Steuerungsplattformen, darunter dezentrale I/O-Systeme und dezentrale Sicherheitsarchitekturen, werden in Produktionsanlagen mit hohem Durchsatz zu Standardkonstruktionspraktiken.

Die umfassendere Bedeutung für die industrielle Automatisierung

IO-Link Safety kommt zu einem Zeitpunkt auf, an dem Hersteller den Fachkräftemangel, höhere Anforderungen an die Anlagenverfügbarkeit und wachsende Bedenken hinsichtlich der Cybersicherheit miteinander vereinbaren müssen. Vereinfachte Feldarchitekturen helfen, den Installationsaufwand zu verringern und gleichzeitig die Transparenz der Diagnosen zu verbessern.

Gleichzeitig stehen Maschinenbauer unter Druck, globale Konstruktionen für verschiedene Kundenregionen zu standardisieren. Technologien, die Verdrahtungsvarianten reduzieren und Validierungsverfahren vereinfachen, bieten klare betriebliche Vorteile.

Außerdem zeichnet sich eine zunehmende Verbindung zwischen IO-Link Safety und Strategien zur vorausschauenden Wartung ab. Intelligente Sicherheitsgeräte können inzwischen Diagnoseinformationen liefern, bevor ein Ausfall zu einem Stillstand führt.

Warum diese Technologie künftig wichtig ist

IO-Link Safety ist nicht einfach eine weitere Feldbusvariante. Es steht für einen umfassenderen Übergang zu einer softwaredefinierten Maschineninfrastruktur, in der Konfiguration, Diagnose und Sicherheit auf einheitlichen Kommunikationsebenen zusammenwirken.

Aus Sicht der Entwicklung besteht der größte Vorteil nicht nur in der reduzierten Verkabelung. Der eigentliche Wert liegt in der Flexibilität. Hersteller können Produktionslayouts neu gestalten, den Funktionsumfang von Maschinen erweitern und Feldgeräte mit deutlich weniger Beeinträchtigungen austauschen, als dies bei herkömmlichen Architekturen möglich war.

Da sich die industrielle Automatisierung weiter in Richtung dezentraler Intelligenz bewegt, werden Technologien wie IO-Link Safety wahrscheinlich eher zu einer Standarderwartung als zu einem Premiummerkmal.

Autor: Daniel Mercer | Leitender Reporter für Automatisierungssysteme

Daniel Mercer berichtet seit 14 Jahren über industrielle Automatisierung, Maschinensicherheit und dezentrale Steuerungstechnologien. Zu seinem beruflichen Hintergrund gehören Projekte zur Feldintegration mit ausfallsicheren Siemens-Systemen, Beckhoff-EtherCAT-Architekturen, Rockwell-Automatisierungsplattformen und Maschinensicherheitslösungen von Schneider Electric in der Verpackungs- und Prozessindustrie.

Einen Kommentar hinterlassen

Bitte beachten Sie, dass Kommentare genehmigt werden müssen, bevor sie veröffentlicht werden.