Kollmorgen verbessert die Bewegungssicherheit mit AKME-Servoantrieb und SMM 3.0
Kollmorgen erweitert sein Motion-Portfolio mit den explosionsgeschützten AKME-Servomotoren für Gefahrenbereiche und der SafeMotion Monitor 3.0-Firmware und verbessert damit die SIL-3-Sicherheit, di...
Lead: Eine schärfere Kante für Bewegungssicherheit in rauen Umgebungen
Kollmorgen hat sein Portfolio für Bewegungssteuerung mit der Einführung der AKME-Servomotoren und einer umfassenden Aktualisierung der SafeMotion-Monitor-Firmware weiter in gefährliche Industrieumgebungen ausgedehnt. Damit stärkt das Unternehmen seine Position in sicherheitskritischen Automatisierungsanwendungen, in denen Zertifizierung, Zuverlässigkeit und Steuerungspräzision zusammenkommen.
Parallel zur Hardware-Erweiterung bringt das neue Firmware-Update SMM 3.0 erweiterte Encoder-Funktionen und eine größere Diagnosetiefe auf bestehende Antriebsplattformen. Dies signalisiert einen umfassenderen Wandel hin zu softwaredefinierter Bewegungssicherheit.
Bewegungssteuerung für explosionsgefährdete Atmosphären
Die Entwicklung von Servomotoren für explosionsgefährdete Umgebungen erfordert eine grundlegend andere technische Philosophie. Diese Anwendungen umfassen häufig explosive Gasgemische oder brennbare Stäube, bei denen selbst geringfügige thermische oder elektrische Fehler zu Zündrisiken führen können.
Die AKME-Serie begegnet diesen Anforderungen mit ATEX- und IECEx-Zertifizierung und gewährleistet damit die Konformität für Einsätze in Gaszone 2 und Staubzone 22. Dichtheit, Temperaturregelung und kontrollierte Energiedissipation bestimmen die Konstruktion – nicht allein die Leistung.
Das Bild zeigt die AKME-Servomotorplattform für zertifizierte Bewegungssteuerung in explosionsgefährdeten Bereichen.
Bildunterschrift: AKME-Motoren erweitern die Servobewegungssteuerung auf zertifizierte explosionsgefährdete und staubbelastete Umgebungen.
Geschlossene Regelkreise werden zur Standarderwartung
Die AKME-Plattform baut auf Kollmorgens etablierter AKM-Architektur auf, integriert jedoch Verstärkungen für explosionsgefährdete Bereiche und Kompatibilität mit verschiedenen Rückmeldesystemen. Sie unterstützt mehrere Versorgung Optionen und lässt sich in die Antriebe AKD, AKD2G und Essentials integrieren.
Die Flexibilität bei der Rückmeldung spielt bei der modernen Bewegungssteuerung eine zentrale Rolle. Das System unterstützt Resolver sowie SFD-M- und Hiperface-Encoder und ermöglicht so einen hochauflösenden Betrieb im geschlossenen Regelkreis über unterschiedliche industrielle Architekturen hinweg.
Getriebe, Bremsoptionen und IEC-Baugrößen erweitern die Einsatzmöglichkeiten in Verpackungs-, Chemie- und Materialtransportsystemen, bei denen eine konstante Drehmomentabgabe wichtiger ist als reine Geschwindigkeit.
Wenn Sicherheitsfirmware zu einer Steuerungsebene wird
Das Upgrade auf SafeMotion Monitor 3.0 von Kollmorgen rückt die Sicherheitsfunktionen näher an den Kern der Bewegungssteuerungslogik. Nun wird die Encoder-Kommunikation gemäß EnDat 2.2 unterstützt, wodurch ein bidirektionaler Datenaustausch mit höher auflösender Fehlererkennung möglich wird.
Diese Erweiterung verbessert die Bewegungsdiagnose unter dynamischen Lastbedingungen und verkürzt die Reaktionszeit bei Sicherheitsfunktionen. Das Ergebnis ist eine engere Synchronisierung zwischen Bewegungsausführung und Sicherheitsüberwachung.
Das Bild veranschaulicht die Integration von SMM in die AKD2G-Antriebsarchitektur von Kollmorgen.
Bildunterschrift: Die sicherheitsbezogene Steuerung auf Firmware-Ebene arbeitet nun als native Funktion innerhalb der Logik des Servoantriebs.
SMM 3.0 erweitert außerdem die Abdeckung der SIL-3-Konformität und ermöglicht zertifiziertes Sicherheitsverhalten in weiteren Konfigurationsszenarien. Dadurch sinkt die Abhängigkeit von externer Sicherheitshardware bei der Maschinenentwicklung.
Wo explosionsgefährdete Bewegungen auf reale Produktionsanforderungen treffen
Die AKME-Serie richtet sich an Branchen, in denen Explosionsrisiken und kontinuierliche Bewegungen zusammentreffen. Chemische Verarbeitungsanlagen, Raffinerien und Produktionslinien auf Lösungsmittelbasis sind wichtige Einsatzbereiche.
Auch staubintensive Umgebungen wie Getreideverarbeitung, pharmazeutische Produktion und Pulverbeschichtungsanlagen profitieren von gekapselten Servokonstruktionen, die potenzielle Zündpfade ausschließen.
Parallel dazu stärkt SMM 3.0 Anwendungen in Robotik, Verpackung und Hochgeschwindigkeitsmontage, bei denen die Zuverlässigkeit der Encoder die Maschinenverfügbarkeit und die Einhaltung von Sicherheitsvorschriften unmittelbar beeinflusst.
Sicherheit verlagert sich von der Hardwarezertifizierung zur Systemintelligenz
Der umfassendere industrielle Trend ist eindeutig: Bewegungssicherheit hängt nicht mehr ausschließlich von der mechanischen Zertifizierung ab. Sie erstreckt sich nun auch auf Firmware-Intelligenz, Encoder-Diagnose und die Validierung von Echtzeitdaten.
Anbieter wie Kollmorgen führen Servoleistung und Sicherheitslogik in einheitlichen Plattformen zusammen, statt sie in getrennten Subsystemen zu isolieren. Dies verringert die Integrationskomplexität und erhöht zugleich die funktionale Transparenz über die Maschinenzyklen hinweg.
Für OEMs verändert dieser Wandel die Konstruktionsprioritäten. Sicherheit ist keine Einschränkung mehr, die am Ende der Entwicklung hinzugefügt wird. Sie wird von Anfang an zu einem Bestandteil der Bewegungssteuerungsarchitektur.
Interne Abstimmung des Ökosystems in modernen Automatisierungsstacks
Systeme mit fortschrittlicher Bewegungssteuerung sind häufig mit umfassenderen Automatisierungsplattformen wie industriellen Steuerungssystemen von Siemens oder sicherheitsorientierten Architekturen in verteilten Maschinennetzwerken verbunden.
In risikoreichen Umgebungen interagieren Sicherheitsebenen von Servoantrieben zunehmend mit umfassenderen Schutzökosystemen wie Automatisierungslösungen von Emerson, bei denen Steuerungslogik und Sicherheitsüberwachung über mehrere Prozessebenen hinweg zusammenlaufen.
Brancheneinblick
Die Bewegungssteuerung für explosionsgefährdete Bereiche tritt in eine Phase ein, in der die Zertifizierung allein keinen Wettbewerbsvorteil mehr darstellt. Die tatsächliche Differenzierung liegt nun darin, wie sicher ein System arbeiten kann und gleichzeitig unter rückmeldungsgeführten Bedingungen eine hohe Dynamikleistung erbringt.
Kollmorgens Ansatz spiegelt diesen Wandel wider, indem Sicherheitsintelligenz in die Firmware integriert wird, anstatt sie in externen Modulen zu isolieren. Dies verringert die Fragmentierung des Systems und verbessert die Anpassungsfähigkeit über den Lebenszyklus hinweg in komplexen industriellen Umgebungen.
Meinung des Autors
Aus Sicht der Systementwicklung signalisiert diese Veröffentlichung eine praktische Annäherung zwischen der Entwicklung von Servoleistung und der Logik zur Einhaltung von Sicherheitsvorschriften. Die AKME-Plattform definiert die Servobewegung selbst nicht neu, verfeinert jedoch das Verhalten der Bewegung unter Risikobedingungen.
Meiner Ansicht nach ist die wichtigste Entwicklung nicht die Zertifizierung des Motors, sondern die Erweiterung von SafeMotion Monitor zu einer tiefergehenden, encoderbewussten Sicherheitsebene mit erweiterten Diagnosefunktionen. Diese Entwicklung entspricht der Art und Weise, wie moderne Werke in den kommenden zehn Jahren die Integrität ihrer Bewegungssteuerung gewährleisten werden.
Daniel Mercer, Industrieanalyst – 14 Jahre Erfahrung in der Entwicklung industrieller Automatisierungssysteme, einschließlich Praxiserfahrung mit Bewegungs- und Sicherheitsarchitekturen von Siemens, Rockwell Automation und Emerson.