HMS erweitert die industrielle Konnektivität mit neuem Gateway, Firmware und MQTT-Unterstützung
HMS Networks stellt ein neues Gateway für die HLK-Integration vor, aktualisiert die Atlas2-Plus-Firmware und ergänzt die Intesis-700-Serie um MQTT-Unterstützung. Diese Aktualisierungen verbessern d...
HMS dringt tiefer in die vernetzte Gebäudeautomation vor
HMS Networks hat ein abgestimmtes Paket von Verbesserungen vorgestellt, das auf eine der sich am schnellsten entwickelnden Grenzen der Automatisierung abzielt: vernetzte HLK- und Gebäudesysteme. Die Veröffentlichung umfasst ein neues Gateway zur Integration von Wärmepumpen, ein Firmware-Upgrade für die Netzwerkdiagnose sowie MQTT-Unterstützung für cloudnative Steuerungsstrategien.
Dieser Schritt spiegelt eine umfassendere Branchenverlagerung hin zu einem einheitlichen Datenzugriff über verschiedene Geräte hinweg wider. Gateways fungieren dabei nicht mehr nur als einfache Protokollkonverter, sondern als intelligente Datenbroker.
Wärmepumpen in die Automationsebene integrieren
Gateway-Design für die Koordination mehrerer Systeme
Das neu eingeführte NIBE Gateway ermöglicht die direkte Integration von Wärmepumpen in Gebäudeautomationssysteme. Es unterstützt bidirektionale Kommunikation und verwaltet bis zu 100 Datenpunkte über mehrere Geräte hinweg.
Diese Architektur ermöglicht eine zentrale Koordination von Heizung und Kühlung, insbesondere in Mehrfamilienhäusern und kleineren gewerblichen Umgebungen, in denen der Lastenausgleich entscheidend ist.
Das Gateway ermöglicht die strukturierte Integration dezentraler HLK-Anlagen in einheitliche Steuerungssysteme.
Über HLK hinaus: Erweiterung der Systemgrenzen
Die Bedeutung dieses Gateways liegt nicht nur in der HLK-Integration. Es lässt sich auch auf Photovoltaikanlagen und zusätzliche Temperaturregelkreise ausweiten.
Damit wird das Gerät zu einem flexiblen Edge-Integrationsknoten, der traditionell isolierte Teilsysteme in eine gemeinsame Automatisierungsarchitektur einbindet.
Firmware entwickelt sich vom Wartungswerkzeug zum Engineering-Asset
Änderungen bei der Topologievisualisierung optimieren den Diagnoseablauf
Das Firmware-Update für Atlas2 Plus führt eine Baumansicht der Topologie ein, die die Interpretation von Netzwerkstrukturen durch Ingenieure verändert. Statt einer linearen Diagnose können Benutzer nun Gerätebeziehungen und Kommunikationspfade visualisieren.
Dies verkürzt die Zeit zur Fehlerbehebung und sorgt für mehr Übersicht in Systemen, in denen Dutzende oder Hunderte von Knoten gleichzeitig miteinander interagieren.
Das neue Visualisierungswerkzeug bildet Gerätebeziehungen ab und erleichtert dadurch die Verwaltung und Fehlersuche in komplexen Netzwerken.
Zentrale Updates reduzieren den Engineering-Aufwand
Mit dem Atlas Update Tool lassen sich Firmware-Updates gesammelt auf mehreren Geräten durchführen. Dadurch entfällt die manuelle Aktualisierung jedes einzelnen Geräts.
In großen Anlagen reduziert dies unmittelbar den Wartungsaufwand und minimiert die Systemausfallzeit während der Upgrades.
MQTT führt HLK in das Cloud-Zeitalter
Vom Feldbus zum Publish-Subscribe-Modell
Die Air-Gateways der Intesis 700 Series unterstützen jetzt MQTT und ermöglichen damit Publish-Subscribe-Kommunikationsmodelle. Dies markiert den Übergang von der traditionellen abfragebasierten Kommunikation zu einem ereignisgesteuerten Datenaustausch.
Mit MQTT können HLK-Systeme Echtzeitdaten an Cloud-Plattformen übertragen und Steuerbefehle empfangen, ohne dass ein direkter physischer Zugriff erforderlich ist.
Die MQTT-Unterstützung ermöglicht die Fernüberwachung und -steuerung von HLK-Anlagen über eine Cloud-Infrastruktur.
Warum dies für das Systemdesign wichtig ist
Die Cloud-Anbindung ermöglicht vorausschauende Wartung, Ferndiagnose und zentrale Optimierung. Diese Funktionen werden in modernen Anlagen zunehmend erwartet.
Ingenieure, die heute Systeme entwickeln, müssen sowohl die lokale Steuerung als auch die Cloud-Integration von Anfang an berücksichtigen.
Auswirkungen auf Anwendungen in verschiedenen Automatisierungsumgebungen
Diese Aktualisierungen wirken sich unmittelbar auf Systemintegratoren aus, die mit dezentralen Steuerungsarchitekturen arbeiten. In HLK-intensiven Einrichtungen wie Gewerbegebäuden, Krankenhäusern und gemischt genutzten Immobilien bestimmen Integrationsgeschwindigkeit und Datentransparenz den Projekterfolg.
Für Ingenieure, die kompatible Steuerungshardware beschaffen, bleiben Plattformen wie SPS-/PAC-Systeme und industrielle Kommunikationsmodule neben Gateway-Technologien unverzichtbare Bausteine.
Branchentrend: Die Konvergenz von IT und OT setzt sich fort
Die Kombination aus Gateway-Erweiterung, intelligenter Firmware und MQTT-Unterstützung signalisiert eine klare Entwicklung. Industrielle Netzwerke verschmelzen mit der IT-Infrastruktur, wobei die Datenzugänglichkeit ebenso wichtig wird wie die Zuverlässigkeit der Steuerung.
Anbieter, die einen nahtlosen Datenfluss zwischen Feldgeräten, Edge-Gateways und Cloud-Plattformen ermöglichen, werden die nächste Phase der Automatisierungseinführung prägen.
Perspektive des Autors
Die Bedeutung dieser Veröffentlichung liegt nicht in einem einzelnen Produkt, sondern in der dahinterstehenden Integrationsstrategie. HMS führt Hardware, Firmware und Kommunikationsprotokolle in einem einheitlichen Ökosystem zusammen.
Meiner Ansicht nach ist dies die richtige Richtung. Zukünftige Automatisierungssysteme werden fragmentierte Datenebenen nicht tolerieren. Lösungen, die die Konnektivität vereinfachen und zugleich die Transparenz erhöhen, werden sich letztlich sowohl bei Modernisierungen bestehender Anlagen als auch bei neuen Installationen durchsetzen.
Daniel Reeves, Senior Industrial Systems Analyst. 14 Jahre Erfahrung in SPS-Integration, industrieller Vernetzung und Gebäudeautomationssystemen. Ehemaliger Projektmitarbeiter bei Implementierungen im Siemens- und Schneider-Electric-Ökosystem.