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Das Förderband: Entwicklungen in Automatisierung und Robotik im Januar 2026

Der Januar 2026 begann mit rasanten Fortschritten in den Bereichen Edge-KI-Computing, industrielle Netzwerke, Robotik, Bewegungssteuerung und Energieversorgung. Anbieter stellten kompakte IPCs, dra...

Automatisierungslieferanten starten 2026 mit einem starken Fokus auf Edge-Intelligenz

Der industrielle Automatisierungssektor ist mit ungewöhnlich viel Schwung in das Jahr 2026 gestartet. Anbieter aus den Bereichen Robotik, industrielle Datenverarbeitung, Bewegungssteuerung und Energiemanagement brachten neue Plattformen auf den Markt, die eine anhaltende Herausforderung lösen sollen: Wie lassen sich mehr Betriebsdaten näher an der Maschine verarbeiten?

Die Ankündigungen im Januar zeigten eine klare Entwicklung hin zu kompakten Edge-Systemen, KI-gestützter Inspektion, intelligenterer Vernetzung und einer vereinfachten OT-IT-Integration. Die Entwicklungen spiegelten außerdem die wachsende Nachfrage nach skalierbaren Automatisierungsarchitekturen in Fabriken, Versorgungsunternehmen, Logistikanlagen und Prozessindustrien wider.

Industrielle Datenverarbeitung rückt näher an die Maschinenebene

Mehrere Anbieter konzentrierten sich in diesem Monat stark auf Hardware für Edge Computing. Aaeon stellte modulare industrielle Workstations mit Unterstützung für die MXM-3.1-GPU-Kompatibilität vor, während OnLogic seinen handtellergroßen Industrie-PC CL260 für Installationen mit begrenztem Platzangebot auf den Markt brachte.

Unterdessen präsentierte Lanner Electronics einen neuen, mit NVIDIA Jetson Thor betriebenen Industriecomputer, der für Echtzeit-KI-Anwendungen in Umgebungen der intelligenten Fertigung entwickelt wurde.

Industrieller Edge-Controller, der mit SPSen und Fabrikautomatisierungsgeräten verbunden ist

Edge-Controller verbinden zunehmend traditionelle SPS-Infrastrukturen mit modernen KI- und Analyseplattformen.

Warum Edge Computing zur Priorität wurde

Moderne Fabriken erzeugen riesige Mengen an Sensor- und Maschinendaten. Werden alle Signale an die Cloud gesendet, entstehen Bedenken hinsichtlich Latenz, Bandbreite und Cybersicherheit. Edge-Plattformen führen Analysen inzwischen direkt in der Nähe der Anlagenebene durch.

Lösungen wie Yokogawas Linux-basierter OpreX Intelligent Edge Controller A8 und Omrons DX100 Data Flow Edge zeigen, dass Anbieter inzwischen der lokalen Verarbeitung, Protokollkonvertierung und Portierbarkeit von Anwendungen Priorität einräumen.

Anlagen mit älteren SPS-Plattformen können ebenfalls von neueren SPS- und PAC-Systemen profitieren, die moderne Vernetzung und verteilte Analysearchitekturen unterstützen.

Drahtlose Sicherheit und intelligente Vernetzung gewinnen an Bedeutung

Auch die Sicherheitstechnik entwickelte sich über traditionelle festverdrahtete Architekturen hinaus. Dold stellte die drahtlose Sicherheitsplattform RE 6900 für industrielle Roboterzellen vor. Damit können Bediener die Not-Halt-Funktionalität aufrechterhalten und gleichzeitig ihre Bewegungsfreiheit rund um große Automatisierungssysteme verbessern.

Gleichzeitig kündigten Phoenix Contact und Forescout eine Partnerschaft an, die darauf abzielt, IT/OT-Cybersicherheitsrisiken durch integrierte Überwachung und die Erkennung industrieller Bedrohungen zu reduzieren.

Diese Ankündigungen spiegeln einen breiteren Trend in Fertigungsumgebungen wider. Moderne Anlagen betrachten die industrielle Vernetzung zunehmend als kritische Betriebsebene und nicht mehr als reine Infrastruktur.

Kompakte Netzwerktechnik unterstützt die verteilte Automatisierung

Antaria stellte einen ultraflachen, nicht verwalteten PoE+-Gigabit-Switch für Transport- und Überwachungsanwendungen vor, bei denen die Einbautiefe weiterhin begrenzt ist. Patlite erweiterte außerdem seine Produktreihe von Signalampeln mit Ethernet/IP-Unterstützung, um die SPS-Integration zu vereinfachen.

Da immer mehr Feldgeräte Ethernet-fähig werden, bauen industrielle Betreiber ihre Investitionen in industrielle Kommunikations- und Netzwerktechnik für verteilte Steuerungen und die IIoT-Integration weiter aus.

Bildverarbeitung und Robotik entwickeln sich über die traditionelle Fertigung hinaus

Die industrielle Bildverarbeitung blieb im Januar eines der wachstumsstärksten Segmente. Inbolt stellte ein am Roboter montiertes 3D-Bildverarbeitungssystem für dynamische Bin-Picking-Anwendungen vor, während Autonics kompakte VG2-Bildverarbeitungssensoren mit integrierter Beleuchtung und automatischer Abstimmung auf den Markt brachte.

Die fortschreitende Integration eingebetteter KI in Bildverarbeitungsplattformen ermöglicht es Robotern, sich schneller an wechselnde Produktionsbedingungen anzupassen, ohne dass eine umfangreiche Programmierung erforderlich ist.

Kollaborativer Roboter, der mit 3D-Bildverarbeitungsführung intelligentes Bin Picking durchführt

Am Roboter montierte Bildverarbeitungssysteme verbessern die Pickgeschwindigkeit und die Positioniergenauigkeit in dynamischen Fertigungsumgebungen.

Robotik expandiert in das Gesundheitswesen und die kollaborative Automatisierung

Stäubli stellte den für medizinische Umgebungen geeigneten Roboter TX2-60L MedX Ready vor und zeigte damit, wie Robotikanbieter ihre Aktivitäten weiterhin auf chirurgische, bildgebende und rehabilitative Anwendungen ausweiten.

Neura Robotics präsentierte auf der CES 2026 ebenfalls humanoide und vierbeinige Plattformen und signalisierte damit das wachsende kommerzielle Interesse an KI-gestützten autonomen Systemen.

Obwohl sich viele humanoide Projekte noch in einer frühen Entwicklungsphase befinden, hält die kollaborative Robotik weiterhin schnell Einzug in Logistik, Elektronikmontage und Lagerautomatisierung.

Sechsachsiger Medizinroboter für präzise Automatisierungsaufgaben im Gesundheitswesen

Medizinische Robotik verbindet heute hygienegerechtes mechanisches Design mit präziser Bewegungssteuerung und Echtzeiterfassung.

Stromversorgungssysteme und Bewegungstechnik erhalten wichtige Verbesserungen

Die Energieinfrastruktur blieb im Januar ein weiteres großes Thema. Sanyo Denki brachte ein USV-System für den Bereitschaftsbetrieb mit einer Überlastfähigkeit von 200 % für schwankende Motorlasten auf den Markt, während Puls aktualisierte Stromversorgungen für die DIN-Schiene vorstellte, bei denen Effizienz und Kompaktheit im Mittelpunkt stehen.

Im Bereich der Bewegungssteuerung präsentierte Teknic eine integrierte EtherNet/IP-Servomotorplattform, die einen Vektorantrieb und einen Encoder in einem einzigen Gehäuse vereint. SMC erweiterte außerdem seine Produktfamilien von Ventilen und Zylindern für kompakte pneumatische Anwendungen.

Kompakte industrielle Pneumatikventilsysteme für automatisierte Maschinenanwendungen

Moderne Pneumatik- und Bewegungssysteme setzen zunehmend auf Modularität, Netzwerkintegration und einen geringeren Platzbedarf im Schaltschrank.

Der eigentliche Fokus der Entwicklung liegt auf der Systemdichte

Ein wichtiges Muster verband nahezu alle Veröffentlichungen im Januar: Die Anbieter reduzieren die Baugröße konsequent und erhöhen gleichzeitig den Funktionsumfang. Kleinere Industrie-PCs, flachere Switches, integrierte Servosysteme und kompakte Ventilinseln zielen alle auf dasselbe Problem ab.

Hersteller benötigen eine höhere Maschinenleistung, ohne den Platzbedarf im Schaltschrank, den Energieverbrauch oder die Komplexität der Installation zu erhöhen.

Die Branchenentwicklung weist in Richtung softwarezentrierter Automatisierung

Siemens verstärkte diesen Trend mit der Vorstellung seiner Plattform Digital Twin Composer und der Übernahme von ASTER zur Verbesserung der Verifizierung von Leiterplattendesigns. Beide Schritte unterstützen den zunehmenden Übergang zu softwaredefinierten Entwicklungsumgebungen.

Die Konvergenz von Simulation, KI, Edge Computing und OT-Vernetzung prägt Kaufentscheidungen im Bereich der Automatisierung inzwischen stärker als reine Hardwarespezifikationen.

Auch die Schwingungsüberwachung entwickelt sich über herkömmliche Sensoren hinaus. Die in diesem Monat vorgestellten neuen kamerabasierten Verfahren zur Schwingungsanalyse deuten darauf hin, dass künftige Zustandsüberwachungsplattformen maschinelles Sehen mit prädiktiven Analysen verbinden könnten.

Anlagen, die ihre veraltete Infrastruktur zur Zustandsüberwachung modernisieren, setzen weiterhin stark auf bewährte Plattformen wie Maschinenschutzsysteme für Turbinen, Kompressoren und rotierende Maschinen.

Meinung des Autors

Die bedeutendste Entwicklung im Januar war nicht die Einführung eines einzelnen Produkts. Es war die klare Ausrichtung der Anbieter auf verteilte Intelligenz.

Automatisierungsanbieter entwickeln Produkte nicht mehr als isolierte Hardwaregeräte. Edge-KI, integrierte Vernetzung, Softwareportierbarkeit und ein ausgeprägtes Bewusstsein für Cybersicherheit beeinflussen inzwischen nahezu jede neue industrielle Plattform.

Die Fabriken, die 2026 Wettbewerbsvorteile erzielen, werden nicht einfach mehr Automatisierung hinzufügen. Sie werden Architekturen einsetzen, die Betriebsdaten direkt auf der Maschinenebene verarbeiten, analysieren und darauf reagieren können.

Autor: Michael Reeves | Leitender Reporter für Automatisierungssysteme

Michael Reeves berichtet seit 14 Jahren über industrielle Automatisierung, Robotik und Prozessleittechnik. Zu seinem Erfahrungshintergrund gehören Feldintegrationsprojekte mit Siemens-Bewegungssystemen, Emerson-DeltaV-Architekturen, Yokogawa-Steuerungsplattformen und robotergestützten FANUC-Produktionszellen in den Bereichen Fertigung und Energie.

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