Zurück zum Blog

Turck auf der MODEX 2026: Dezentrale Automatisierung, IO-Link und Edge-Steuerungssysteme

Turck demonstrierte auf der MODEX 2026 eine Entwicklung hin zu dezentralisierter industrieller Automatisierung und integrierte edge-gesteuerte MDR-Systeme, IO-Link-Netzwerke sowie RFID-basierte Nac...

Dezentrale Industrieautomation und der Wandel über den Schaltschrank hinaus

Die industrielle Automatisierung entfernt sich zunehmend von zentralisierten Steuerungsarchitekturen. Auf der MODEX 2026 demonstrierte Turck ein dezentrales Modell, bei dem die Intelligenz näher an den Feldgeräten verteilt ist, anstatt sich in Schaltschränken zu konzentrieren.

Dieser Wandel verbessert die Systemreaktionsfähigkeit und verringert die Komplexität der Inbetriebnahme. Zudem entspricht er modernen Strategien der Fabrikautomation, bei denen Entscheidungen auf Feldebene die Koordinationsebenen von SPS und DCS ergänzen.

In vielen Implementierungen kommunizieren dezentrale Architekturen weiterhin mit Kernsystemen wie Siemens-SPS-Plattformen, doch die Ausführungslogik wird zunehmend auf die Feldgeräte verlagert.

Dezentrale MDR-Steuerung in Fördersystemen

Die traditionelle Fördertechnikautomation basiert auf zentralisierten Motorsteuerungszentralen. Dies führt zu langen Kabelwegen und langsameren Reaktionszeiten bei zyklischen Bewegungsaufgaben.

Turcks Motor-driven-Roller-(MDR-)Lösung verlagert die Steuerung direkt in IP67-zertifizierte Feldmodule. Diese Module integrieren I/O, Motorsteuerung und Sensorfunktionen in einer einzigen dezentralen Einheit.

Diese Architektur verbessert die Reaktionszeit bei der Synchronisierung von Förderanlagen. Ingenieure müssen jedoch die Verteilung der thermischen Last und die Netzwerklatenz in Umgebungen mit hohem Durchsatz sorgfältig bewerten.

Dezentrales MDR-Fördersteuerungssystem von Turck für die industrielle Automatisierung

Die dezentrale MDR-Steuerung reduziert die Komplexität der Schaltschrankverdrahtung und verbessert das Echtzeitverhalten von Förderanlagen.

Plattformen wie die Turck Automation Suite (TAS) ermöglichen es Ingenieuren, Feldgeräte ohne umfangreiche Neuverdrahtung zu konfigurieren und zu überwachen, wodurch sich die Inbetriebnahmezeit in großen Logistiksystemen verkürzt.

Multiprotokollkommunikation in industriellen Netzwerken

Moderne Automatisierungsumgebungen arbeiten nur selten mit einem einzigen Kommunikationsprotokoll. In Anlagen werden häufig PROFINET-, EtherCAT-, Modbus- und IO-Link-Systeme innerhalb derselben Produktionslinie kombiniert.

Turck begegnete dieser Fragmentierung mit Multiprotokoll-I/O-Blöcken, die sich an verschiedene Netzwerkstandards anpassen. Dies vereinfacht die Integration heterogener Automatisierungssysteme.

In verteilten Steuerungsumgebungen werden ähnliche Kommunikationsstrategien häufig in Architekturen industrieller Netzwerke eingesetzt, in denen Interoperabilität die Skalierbarkeit des Systems bestimmt.

Turck IO-Link-Multiprotokollsystem für industrielle Automatisierungsnetzwerke

Multiprotokoll-IO-Link-Systeme vereinfachen die Integration verschiedener industrieller Kommunikationsstandards.

Aus ingenieurtechnischer Sicht verringert dies die Abhängigkeit von Gateways. Gleichzeitig erfordert es jedoch eine konsequente Netzwerksegmentierung, um Latenzkonflikte in Sensornetzwerken mit hoher Dichte zu vermeiden.

RFID-basierte Systeme für intelligente Bestandsverwaltung

Eine genaue Bestandsverfolgung ist für die moderne Logistikautomation unerlässlich. Ohne zuverlässige Identifikationssysteme verlieren selbst fortschrittliche Robotersysteme an betrieblicher Effizienz.

Turck demonstrierte UHF-RFID-Systeme, die mehrere Tags gleichzeitig ohne Anforderungen an die Sichtlinie lesen können. Dies verbessert die Zuverlässigkeit der Nachverfolgung in schnelllebigen Lagerumgebungen erheblich.

Diese Systeme werden häufig in Automatisierungsplattformen wie industrielle Sensor- und Erkennungssysteme integriert, bei denen Echtzeitdaten die Ausführungslogik des Lagers unterstützen.

Turck RFID-Tracking-Automatisierungssystem für Lager und industrielle Logistik

RFID-Systeme ermöglichen die Nachverfolgung ohne Sichtlinie für Logistikprozesse mit hoher Geschwindigkeit.

Bei Demonstrationen mobiler Automatisierung wurden RFID- und optische Trackingverfahren kombiniert, um den Produktfluss zwischen autonomen Transportsystemen und Lagerverwaltungssystemen zu synchronisieren.

Ingenieurtechnische Perspektive: Der Nutzen der Dezentralisierung

Dezentrale Automatisierung verbessert die Skalierbarkeit und reduziert die Komplexität der Verdrahtung. Sie bringt jedoch neue ingenieurtechnische Herausforderungen bei der Systemdiagnose und der verteilten Fehlerbehandlung mit sich.

Ingenieure müssen die Systemleistung nun über mehrere Ebenen hinweg bewerten, darunter Feldgeräte, Kommunikationsnetzwerke und übergeordnete Steuerungssysteme.

Diese Architektur funktioniert am besten in Verbindung mit strukturierten Steuerungshierarchien wie SPS-basierten Koordinationssystemen und standardisierten industriellen Kommunikationsprotokollen.

Einblick des Autors

„Dezentralisierung beseitigt die Komplexität der Steuerung nicht, sondern verteilt sie neu. Die eigentliche ingenieurtechnische Herausforderung besteht darin, ein deterministisches Verhalten über verteilte Systeme mit intelligenter Feldebene hinweg aufrechtzuerhalten.“

— Michael Brown, Ingenieur für industrielle Automatisierung (Erfahrung in der Modernisierung von SPS-Systemen, der IO-Link-Integration und Lagerautomatisierungssystemen mit ABB- und Siemens-Plattformen)

Einen Kommentar hinterlassen

Bitte beachten Sie, dass Kommentare genehmigt werden müssen, bevor sie veröffentlicht werden.