Produktübersicht
Der MVI69-MCM fungiert als leistungsstarke Kommunikationsbrücke und ermöglicht CompactLogix-Prozessoren von Rockwell Automation die nahtlose Kommunikation mit Modbus-kompatiblen Geräten. Dieses Modul arbeitet als „Gateway“ im 1769-Rückwandbus und ermöglicht der SPS, entweder als Modbus-Master oder als Modbus-Slave zu fungieren. Durch die Integration dieses Moduls können Ingenieure problemlos Daten von Energiezählern, Frequenzumrichtern, Solarwechselrichtern und verschiedenen RTU-Geräten abrufen oder Befehle an diese senden. Der MVI69-MCM eignet sich hervorragend für dezentrale Steuerungsumgebungen, in denen serielle Kommunikation über große Entfernungen erforderlich ist, und bietet eine kostengünstige Alternative zum Austausch vorhandener serieller Hardware durch Ethernet-basierte Lösungen.
Wesentliche technische Vorteile
Vielseitigkeit durch zwei Ports
Das Modul verfügt über zwei unabhängige serielle Anwendungsports (P1 und P2). Jeder Port arbeitet autonom. So können Sie Port 1 als Modbus-Master konfigurieren, um Feldgeräte abzufragen, während Port 2 gleichzeitig als Modbus-Slave konfiguriert wird, um Daten für ein SCADA-System oder HMI eines Drittanbieters bereitzustellen.
Fortschrittliche Rückwandbus-Integration
Der MVI69-MCM wird vom CompactLogix-Prozessor als Standard-I/O-Modul erkannt. Er nutzt effiziente Blockübertragungen, um bis zu 5000 Modbus-Datenregister zwischen der internen Datenbank des Moduls und den Controller-Tags der SPS zu übertragen. Dadurch werden schnelle Datenaktualisierungen gewährleistet, ohne die Kommunikationsressourcen der CPU übermäßig zu beanspruchen.
Optische Isolierung und Robustheit
Zum Schutz des CompactLogix-Racks vor industriellen elektrischen Störungen und Masseschleifen verfügen beide Anwendungsports über eine optische 500-V-Isolierung vom Rückwandbus. Dieser hardwareseitige Schutz stellt sicher, dass eine Überspannung auf einer langen RS-485-Feldleitung weder den teuren SPS-Prozessor noch andere Module im Chassis beschädigt.
Technische Daten
| Parameter |
Spezifikation |
| Stromaufnahme am Rückwandbus |
800 mA max. bei 5 VDC |
| Entfernungsangabe |
2 Steckplätze (bei L43/L45-Installationen sind die ersten 2 Steckplätze erforderlich) |
| Kommunikationsports |
2 Anwendungsports (P1, P2) + 1 Konfigurationsport (CFG) |
| Serielle Standards |
RS-232, RS-422 und RS-485 (über Jumper auswählbar) |
| Isolierung |
Optische 500-V-Isolierung (Rückwandbus zu Kommunikation) |
| Betriebstemperatur |
0° C bis 60° C (32° F bis 140° F) |
| Unterstützte Protokolle |
Modbus RTU und Modbus ASCII |
| Datenkapazität |
Bis zu 5000 16-Bit-Register |
Installations- und Wartungsanleitung
Entfernungsangabe zur Stromversorgung
Der MVI69-MCM hat eine Entfernungsangabe von 2. Das bedeutet, dass das Modul innerhalb von zwei Steckplätzen zur CompactLogix-Stromversorgung installiert werden muss. Bei leistungsstarken L43- und L45-Steuerungen sollte dieses Modul immer in den ersten beiden verfügbaren Steckplätzen des 1769-Busses platziert werden, um eine ausreichende Stromversorgung für die Last von 800 mA sicherzustellen.
Jumper-Konfiguration für RS-485
Bevor Sie das Modul in das Rack einsetzen, stellen Sie die seitlich auf der Leiterplatte befindlichen Jumper passend zu Ihrem Kommunikationsstandard ein. Bei RS-485-Netzwerken (2-Draht) in Bus- oder Daisy-Chain-Topologie müssen die Abschlussjumper aktiviert sein, wenn sich das Modul am Ende der physischen Kabelstrecke befindet, um Signalreflexionen zu verhindern.
Diagnose über den CFG-Port
Verwenden Sie das RJ45-zu-DB9-Konfigurationskabel, um eine Verbindung mit dem „CFG“-Port herzustellen. Nutzen Sie die Software ProSoft Configuration Builder (PCB), um die Portstatistiken in Echtzeit zu überwachen. Dieser Port arbeitet ausschließlich mit RS-232 und bietet einen „Einblick“ in den Modbus-Datenverkehr. So können Sie CRC-Fehler oder Timeout-Probleme erkennen, ohne die Hauptanwendung der SPS zu unterbrechen.
Vorteile für die Entwicklung
Der MVI69-MCM ist eine praxiserprobte Lösung zur Verlängerung der Lebensdauer serieller Infrastruktur. Durch die Unterstützung von bis zu 100 Befehlen pro Port ermöglicht er die Verwaltung großer Gerätegruppen mit hoher Instrumentendichte. Da das Modul den Modbus-Protokollstack intern verarbeitet, bleibt die SPS-Logik übersichtlich. Ingenieure müssen lediglich mit einfachen Datentags arbeiten, anstatt komplexen seriellen Bit-Banging-Code zu schreiben. Diese „Auslagerung“ der Protokollverwaltung gewährleistet konstante Zykluszeiten, selbst wenn das Netzwerk der Feldgeräte wächst.
Technische FAQs
F1: Kann ich Port 1 gleichzeitig für RS-232 und Port 2 für RS-485 verwenden?
A1: Ja. Beide Ports sind vollständig unabhängig. Sie können die physikalischen Übertragungsschichten und Baudraten für jeden Port beliebig kombinieren, sofern die internen Jumper für jeden einzelnen Kanal korrekt eingestellt sind.
F2: Welche Funktion hat die LED-Anzeige „Battery“?
A2: Die Batterie-LED überwacht den Zustand der internen Lithiumbatterie, die während Aus- und Einschaltvorgängen die Konfiguration und Datenbank des Moduls erhält. Wenn diese LED rot leuchtet, ersetzen Sie die Batterie umgehend, um Datenverlust bei einem Stromausfall zu vermeiden.
F3: Unterstützt dieses Modul das Protokoll Modbus TCP/IP?
A3: Nein. Der MVI69-MCM ist ausschließlich ein serielles Modul für RTU/ASCII. Für die Modbus-TCP/IP-Kommunikation über Ethernet benötigen Sie das Modul MVI69-MNET.
F4: Wie kann ich eine 4-Draht-RS-422-Kommunikation mit diesem Modul realisieren?
A4: Stellen Sie die Jumper des Ports auf die Position RS-422. Der mitgelieferte RJ45-zu-DB9-Adapter stellt die erforderlichen Pins für die Signale TX+, TX-, RX+ und RX- bereit. Achten Sie darauf, dass die Abschirmung nur an einem Ende geerdet wird, um Masseschleifen zu vermeiden.