Crouzet rüstet Millenium-SPS mit Ethernet und erweiterten E/A aus
Crouzet hat die SPS New Millenium vorgestellt. Sie bietet integriertes Ethernet, Modbus-RS-485-Kommunikation, SD-Karten-Unterstützung und eine skalierbare Erweiterung auf bis zu 60 E/A-Punkte. Die ...
Crouzet modernisiert seine kompakte SPS-Plattform
Crouzet hat die New Millenium SPS eingeführt, eine aktualisierte Generation seiner langjährigen Millenium-Steuerungsfamilie, die für kompakte Automatisierungssysteme und die Modernisierung bestehender Maschinen entwickelt wurde. Während die Bauform vertraut bleibt, verfügt die Steuerung nun über integrierte Ethernet-Kommunikation, erweiterte Display-Funktionen, SD-Karten-Unterstützung und skalierbare I/O-Erweiterung.
Die Einführung spiegelt die wachsende Nachfrage nach kompakten SPSen wider, die Altgeräte mit modernen industriellen Netzwerkanforderungen verbinden können. Statt Anwender zu größeren Steuerungsplattformen zu zwingen, konzentriert sich Crouzet auf Anwendungen, bei denen Einfachheit, Platzersparnis und Migrationskompatibilität weiterhin entscheidend sind.
Die neue Steuerung behält die vertraute Millenium-Bauform bei und bietet gleichzeitig deutlich mehr Kommunikationsmöglichkeiten.
Konnektivität wird zum Standard statt zur Option
Eine der größten Neuerungen ist die Integration eines Ethernet-Anschlusses. Frühere kompakte SPS-Systeme benötigten für den Fernzugriff oder die Netzwerkintegration häufig separate Kommunikationsmodule. Durch die direkte Integration von Ethernet in die Basissteuerung reduziert Crouzet sowohl den Platzbedarf im Schaltschrank als auch die Hardwarekosten.
Die Steuerung unterstützt außerdem die Modbus-RS-485-Kommunikation und ermöglicht dadurch die Integration bestehender serieller Industriegeräte und dezentraler Feldgeräte. Zusammen mit der SD-Karten-Unterstützung bietet die Plattform nun eine einfachere Programmspeicherung, Datensicherung und Inbetriebnahme vor Ort.
Beim Modernisieren älterer Steuerungssysteme können Anlagenbetreiber die New Millenium möglicherweise gemeinsam mit bestehenden SPS- und PAC-Automatisierungsplattformen integrieren, ohne die gesamte Steuerungsarchitektur neu zu entwerfen.
Flexible I/O- und Stromversorgungsoptionen
Crouzet hat die Plattform mit mehreren Hardwarevarianten entwickelt, um die Bereitstellung für verschiedene Maschinentypen zu vereinfachen. Die Steuerung unterstützt entweder acht digitale Eingänge oder eine gemischte Konfiguration, die schnelle digitale Eingänge mit analogen 4- bis 20-mA-Kanälen kombiniert.
Zu den Ausgangskonfigurationen gehören je nach gewähltem Modell Relaisausgänge mit einer Nennlast von 8 A oder PWM-fähige Ausgänge. Die Stromversorgungsoptionen decken Umgebungen mit 12–24 VDC, 24 VDC und 110–230 VAC ab.
Die Skalierbarkeit ist für eine kompakte Steuerung bemerkenswert. Erweiterungsmodule ermöglichen eine Skalierung auf insgesamt bis zu 60 I/O-Punkte, wodurch sich die Steuerung sowohl für eigenständige Maschinen als auch für mittelkomplexe Automatisierungszellen eignet.
Verbesserte Bedienerübersicht in anspruchsvollen Umgebungen
Die Display-Varianten der New Millenium bieten eine deutliche Verbesserung gegenüber der früheren Millenium-3-Schnittstelle. Das Display unterstützt nun sechs Zeilen mit jeweils 24 Zeichen und bietet zusätzlich eine dreifarbige Darstellung statt einer ausschließlich monochromen Ausgabe.
In Industrieanlagen mit stark wechselnden Lichtverhältnissen verbessert die farbcodierte Darstellung die Lesbarkeit und die Reaktionszeit der Bediener. Alarmzustände, Warnungen und normale Betriebszustände können nun visuell unterschieden werden, ohne sich vollständig auf Textbeschreibungen zu verlassen.
Verbesserte mehrfarbige Displays erhöhen die Übersicht für Maschinenbediener in industriellen Umgebungen.
Die Softwaremigration richtet sich an bestehende Anwender
Statt Anwender zu einer vollständigen Neuentwicklung der Software zu zwingen, legt Crouzet großen Wert auf die Unterstützung bei der Migration. Die neueste Version von Crouzet Soft umfasst einen geführten Konvertierungsprozess, der bei der Übertragung älterer Millenium-3-Anwendungen in die neue Steuerungsumgebung unterstützt.
Nach Angaben des Unternehmens erfordern viele Migrationsprojekte lediglich eine Aktualisierung der I/O-Konfiguration, anstatt die gesamte Steuerungsstrategie neu zu programmieren. Dies ist besonders für OEMs und Wartungsteams wichtig, die ältere installierte Anlagen betreuen.
Funktionsblöcke verkürzen die Engineering-Zeit
Crouzet Soft enthält mehr als 2.000 vorgefertigte Funktionsblöcke, die gängige Automatisierungsaufgaben vereinfachen. Ingenieure können diese Blöcke mit der Programmierung in Kontaktplanlogik kombinieren, um die Entwicklung zu beschleunigen und gleichzeitig vertraute Methoden zur Fehlersuche beizubehalten.
Programme können über Ethernet oder SD-Karten übertragen werden, was bei Inbetriebnahme und Wartung zusätzliche Flexibilität bietet. Für kleine Maschinenbauer vereinfacht dies den Support vor Ort, da Ersatzsteuerungen ohne spezielle Hardware schnell geladen werden können.
Hersteller, die mit kompakten Bedienersystemen und dezentraler Automatisierung arbeiten, können bei der Kombination der Steuerung mit industriellen HMI- und Computing-Plattformen ebenfalls von Kompatibilitätsvorteilen profitieren.
Kompakte SPSen erschließen weiterhin neue Einsatzbereiche
Der Markt für kompakte SPSen bleibt trotz des Aufstiegs größerer Edge-Computing-Plattformen und Industrie-PCs hochrelevant. Viele Maschinen benötigen weiterhin deterministische Steuerung, lokale Logikausführung und unkomplizierte Wartungsabläufe, ohne die Komplexität einer Automatisierungsinfrastruktur auf Unternehmensebene.
Die New Millenium positioniert sich zwischen klassischen intelligenten Relais und größeren SPS-Systemen. Ihre Kommunikationsmöglichkeiten entsprechen nun stärker den modernen industriellen Anforderungen, während sie gleichzeitig die Einfachheit bewahrt, die kompakte SPSen ursprünglich so beliebt gemacht hat.
Aus technischer Sicht ist die wichtigste Eigenschaft möglicherweise nicht Ethernet selbst, sondern das Gleichgewicht zwischen Modernisierung und Migrationskompatibilität. Viele Hersteller betreiben weiterhin veraltete Steuerungstechnik, bei der sich eine vollständige Neuentwicklung nicht rechtfertigen lässt. Steuerungen, die die Umstellung erleichtern, werden häufig schneller angenommen als technisch überlegene Systeme, die eine vollständige Neuentwicklung erfordern.
Autor: Michael Rowan | Analyst für industrielle Steuerungssysteme
Michael Rowan verfügt über 12 Jahre Erfahrung in der Berichterstattung über industrielle Automatisierungsplattformen, kompakte SPS-Systeme und Projekte zur Modernisierung von Maschinen. Sein Hintergrund umfasst Integrationsarbeiten mit Technologien von Siemens, Schneider Electric, Omron und Beckhoff Automation in den Bereichen Verpackung, Wasseraufbereitung und OEM-Fertigung.