Nord Modules erweitert die KUKA-AMR-Funktionen mit autonomen Palettenfördermodulen
Nord Modules hat eine neue Serie von Palettenförderermodulen für KUKA KMP 1500P AMRs eingeführt, die den automatisierten Palettentransfer, das bidirektionale Andocken und eine höhere Flexibilität i...
KUKA-AMRs erhalten neue Palettenautomatisierungsfunktionen
Autonome mobile Roboter verändern weiterhin die Lagerlogistik, insbesondere in Betrieben, die mit Arbeitskräftemangel, steigenden Durchsatzanforderungen und kürzeren Lieferzeiten konfrontiert sind. Das in Dänemark ansässige Unternehmen Nord Modules hat sein modulares Automatisierungsportfolio um eine neue Palettenhandhabungslösung erweitert, die speziell für die autonome mobile Roboterplattform KUKA KMP 1500P entwickelt wurde.
Die neue Serie Nord Pallet Mover integriert eine angetriebene Fördertechnik direkt auf dem AMR-Deck, sodass Paletten ohne manuellen Gabelstaplereinsatz automatisch übergeben werden können. Die Markteinführung spiegelt den umfassenderen Branchentrend zu vollständig autonomen Intralogistiksystemen wider, die menschliche Eingriffe reduzieren und gleichzeitig die Konsistenz des Materialflusses verbessern.
Drei Fördervarianten ermöglichen der KUKA-KMP-1500P-Plattform die Unterstützung mehrerer Palettenstandards im Lagerbetrieb.
Für den autonomen Materialtransfer entwickelt
Im Gegensatz zu herkömmlichen AMR-Einsätzen, die externe Hubstationen oder manuelles Beladen erfordern, integriert der Nord Pallet Mover angetriebene Rollenförderer direkt in die mobile Plattform. Dadurch können Paletten während der Andockvorgänge automatisch auf den Roboter und wieder von ihm herunter bewegt werden.
Die Module unterstützen das beidseitige Andocken, sodass Paletten von beiden Seiten des AMR übergeben werden können. Diese Flexibilität ist in dicht angelegten Lagerlayouts wichtig, in denen sich der Zugang zu Gängen und die Andockausrichtung häufig ändern.
Integrierte Positionierung und Ladungsstabilität
Nord Modules hat das System mit optischen Zentrierungssensoren ausgestattet, die Ladungen neu positionieren, bevor der Roboter losfährt. Eine zentrierte Palette reduziert Vibrationen, verbessert die Stabilität beim Beschleunigen und minimiert das Kipp风险 beim Transport schwererer Ladungen.
Die Förderrollen werden während der Roboterbewegung mechanisch verriegelt. Dadurch wird verhindert, dass sich Paletten unbeabsichtigt verschieben, während der AMR durch den Lagerverkehr oder über unebene Böden navigiert.
Der Pallet Mover unterstützt vorderes und hinteres Andocken und verbessert dadurch die Routing-Flexibilität in automatisierten Lagern.
Drei Konfigurationen für unterschiedliche Palettenstandards
Nord Modules hat das Fördersystem in drei mechanischen Konfigurationen auf den Markt gebracht, um regionale Palettenstandards und unterschiedliche Nutzlastanforderungen zu unterstützen.
PM800 für Europaletten
Der PM800 ist für Anwendungen zur Handhabung europäischer Paletten ausgelegt und unterstützt Nutzlasten von bis zu 1200 kg. Das Modul verwendet angetriebene Rollen mit Geschwindigkeiten von bis zu 200 mm/s und verfügt über kompakte Abmessungen, die für Standardlagergänge geeignet sind.
PM1000 für den nordamerikanischen Betrieb
Der PM1000 überträgt dasselbe Förderkonzept auf US-Palettenabmessungen. Das breitere Modul bietet eine vergleichbare Transportgeschwindigkeit und Rollenabstände und unterstützt dabei Nutzlasten von bis zu 1159 kg.
PM1200 für größere Industrielasten
Der PM1200 ist für Anwendungen mit übergroßen Paletten ausgelegt, wie sie häufig in Fertigungsanlagen und Distributionszentren für Schüttgüter vorkommen. Trotz seiner größeren Abmessungen behält das Modul dieselbe automatische Transfergeschwindigkeit und dieselben Andockprinzipien bei.
Die Variante PM1200 erweitert die autonome Palettenhandhabung auf größere und schwerere Industrielasten.
Zusätzliche Sensoren machen AMRs für eine intelligentere Logistik fit
Nord Modules bietet außerdem optionale Barcode-Scanner, Andocksensoren und visuelle Sicherheitszubehörteile an. Durch die Barcode-Integration können Palettendaten direkt mit Lagerverwaltungssystemen und ERP-Plattformen verknüpft werden.
Andocksensoren verbessern die Positioniergenauigkeit während der Palettenübergabe. Das wird mit zunehmender Nutzlastgröße immer wichtiger, da bereits geringfügige Ausrichtungsfehler automatisierte Transferzyklen unterbrechen können.
Blaue Warnscheinwerfer projizieren Lichtpunkte vor dem AMR auf den Boden und verbessern dadurch die Wahrnehmung durch Mitarbeitende in Umgebungen mit gemischter Mensch-Roboter-Zusammenarbeit. Eine gute Sichtbarkeit der Sicherheitsfunktionen bleibt eine zentrale Anforderung, da AMRs zunehmend aus isolierten Automatisierungszonen in gemeinsam genutzte Logistikbereiche wechseln.
Warum modulare AMR-Ausrüstung wichtig ist
Viele Hersteller betrachten AMRs inzwischen ähnlich wie Industrieroboterarme. Der mobile Roboter ermöglicht die Bewegung, doch das Aufbaumodul bestimmt den praktischen Nutzen. Fördermodule, Hebesysteme und spezialisierte Werkzeuge machen aus einem universell einsetzbaren AMR eine aufgabenspezifische Automatisierungslösung.
Dieser Trend entspricht den Entwicklungen in den breiteren Märkten für Fabrikautomatisierung, in denen modulare Systeme zunehmend feste Infrastrukturen ersetzen. Unternehmen wünschen sich skalierbare Automatisierungslösungen, die sich an veränderte Produktionsanforderungen anpassen lassen, ohne dass das Layout umfassend umgebaut werden muss.
Unternehmen, die fortschrittliche Lagersysteme einsetzen, integrieren diese AMRs häufig neben umfassenderen Steuerungsarchitekturen auf Basis von Siemens-SIMATIC-S7-Plattformen und industrieller Netzwerktechnik. Auch Bewegungskoordination und Förderersynchronisierung stützen sich in automatisierten Logistikumgebungen weiterhin stark auf robuste Technologien zur Antriebs- und Bewegungssteuerung.
Die nächste Stufe der autonomen Lagerhaltung
Die jüngste Erweiterung von Nord Modules zeigt, wie sich AMR-Ökosysteme über einfache Transportfahrzeuge hinausentwickeln. Die autonome Palettenübergabe beseitigt eine weitere Ebene manueller Eingriffe in Lagerabläufen und bringt Unternehmen dem Betrieb einer vollständig autonomen Logistik näher.
Da E-Commerce-Fulfillment, Automobilproduktion und die Herstellung von Konsumgütern weiterhin schnellere Materialbewegungen verlangen, werden modulare AMR-Plattformen wahrscheinlich zu einer zentralen Infrastruktur und nicht nur zu ergänzenden Automatisierungswerkzeugen.
Aus ingenieurtechnischer Sicht ist nicht der Förderer selbst die wichtigste Entwicklung. Entscheidend ist die zunehmende Interoperabilität zwischen AMRs, Lagerverwaltungssoftware, Sensoren und modularer Ausrüstung. Diese Interoperabilität wird bestimmen, welche Automatisierungsplattformen im kommenden Jahrzehnt erfolgreich skaliert werden können.
Autor: Daniel Mercer | Leitender Reporter für Robotiksysteme
Daniel Mercer verfügt über mehr als 14 Jahre Erfahrung in der Berichterstattung über Industrierobotik, Lagerautomatisierung und SPS-basierte Bewegungssysteme. Er hat an Logistikprojekten mit Siemens, Beckhoff Automation und Rockwell gearbeitet, die in der Automobil- und Distributionsbranche eingesetzt wurden.