Der ABB PM860 (3BSE018110R1) ist ein leistungsstarkes Zentraleinheitsmodul für die AC-800M-Controllerplattform. Als zentrale Recheneinheit in verteilten Steuerungssystemen (DCS) und anspruchsvollen Prozessautomatisierungsumgebungen führt dieses Prozessormodul komplexe Regelkreise aus, verarbeitet Logikbefehle und verwaltet robuste Kommunikationsverbindungen. Dank seiner kompakten und robusten Bauweise lässt sich das Modul sicher auf der zugehörigen Grundplatteneinheit montieren und ermöglicht so modulare Skalierbarkeit und eine schnelle Integration in industrielle Automatisierungsumgebungen. Dieses Produkt ist eine Originalkomponente, die für Systemerweiterungen, den Einsatz als Ersatzteil oder die kritische Betriebserhaltung in spezialisierten Verarbeitungsanlagen vorgesehen ist.
Funktionen
Betrieben mit einem zuverlässigen MPC860-Mikroprozessor mit einer Taktfrequenz von 48 MHz.
Ausgestattet mit 8 MB Hochgeschwindigkeits-SDRAM sowie 2 MB Flash-PROM zur dauerhaften Firmware-Speicherung.
Verfügt über eine integrierte Compact-Flash-Schnittstelle, die das direkte Laden von Controlleranwendungen und die Speicherung von Kalt-Remanenzdaten unterstützt.
Unterstützt die direkte elektrische Verbindung von bis zu 12 S800-I/O-Einheiten über den integrierten elektrischen ModuleBus.
Integrierte Kommunikationsanschlüsse, darunter zwei Ethernet-Verbindungen zur sicheren Netzwerkintegration und serielle Schnittstellen für Diagnose und Wartung.
Anwendungen
Das PM860-Prozessormodul dient als zuverlässiger Rechenknoten in zahlreichen Hardwaretopologien:
Control Systems 800xA: Wird als primärer Automatisierungscontroller eingesetzt, der AC-800M-Hardwareversionen ausführt, um die Kommunikation in Feldnetzwerken und anlagenweite Regelkreise zu koordinieren.
Kompakte Produktsuite: Dient als Verarbeitungsgrundlage für eigenständige oder verteilte Prozessarchitekturen, die eine robuste Anwendungsausführung auf mittlerem bis hohem Niveau erfordern.
Industrielle Prozesssteuerung: Optimiert für den Einsatz in Umgebungen wie der chemischen Produktion, Energieerzeugung, Wasseraufbereitung und Fertigungsinfrastruktur.
Technische Spezifikationen
Parameter
Wert
Hersteller
ABB
Produkt-ID
3BSE018110R1
ABB-Typenbezeichnung
PM860
Mikroprozessortyp
MPC860 mit 48 MHz
Onboard-RAM
8 MB SDRAM
Flash-PROM-Kapazität
2 MB (Firmware-Speicher)
Typische Verlustleistung
5 W (maximal 10 W einschließlich vollständiger Versorgung von ModuleBus und CEX-Bus)
Stromaufnahme
Typischerweise 180 mA / maximal 300 mA (ohne Busversorgung)
Nenneingangsspannung
24 V DC (zulässiger Bereich: 19,2 V DC bis 30 V DC)
Typ des Stromversorgungsanschlusses
Vierpoliger Schraubanschluss (L+, L-, SA, SB)
Interner Energiespeicher
5 ms (für kontrollierte Abschaltsequenz)
Schutzart
IP20 gemäß EN60529 und IEC 529
Modulabmessungen (B x H x T)
119 mm x 186 mm x 135 mm
Modulgewicht
Etwa 1100 Gramm (einschließlich Basispaket)
Integrierte Schnittstellen und Kommunikationsanschlüsse
CN1 und CN2 (Ethernet-Anschlüsse): RJ45-Anschlüsse für Halbduplex-Kommunikation mit 10 Mbit/s gemäß der IEEE-802.3-10Base-T-Spezifikation.
COM3 (serielle Kommunikation): RJ45-Anschluss mit RS-232C-Signalpegeln und vollständiger Modemunterstützung, wählbar von 75 bis 19200 Baud.
COM4 (serieller Serviceanschluss): RJ45-Anschluss mit einer festen Baudrate von 9600 Baud und RS-232C-Signalpegeln, ausschließlich für den Zugriff durch Servicetools vorgesehen.
Elektrischer ModuleBus: Unterstützt 1 x S800-E/A-Basiscluster mit bis zu 12 S800-E/A-Einheiten und stellt einen maximalen Versorgungsstrom von 24 V (1,0 A) und 5 V (1,5 A) bereit.
CEX-Bus-Erweiterung: Ermöglicht zusätzliche Kommunikationsmöglichkeiten mit Kapazität für bis zu 12 Kommunikationsschnittstelleneinheiten.
Installationsrichtlinien
Grundplattenmontage: Richten Sie vor dem Einsetzen die mechanischen Codierungen des PM860-Prozessormoduls an den werkseitig voreingestellten Alpha-Codes der TP830-Grundplatte aus, um die Kompatibilität sicherzustellen und die Kontaktleiterbahnen zu schützen.
Busausrichtung: Schieben Sie die benachbarten Grundplattenmodule vorsichtig zusammen, um eine durchgängige Verbindung über die ModuleBus- und CEX-Bus-Backplane-Verbindungen sicherzustellen.
Stromversorgungsanschluss: Schließen Sie den primären 24-V-DC-Eingang an den vierpoligen Schraubklemmen-Stromversorgungsanschluss an den Leitungen L+ und L- an und richten Sie Statusschleifen über die Klemmenleitungen SA und SB ein, wenn redundante Konfigurationen verwendet werden.
Speicherschutz: Stellen Sie sicher, dass eine interne oder externe Batterie-Backup-Einheit (z. B. die SB821) ordnungsgemäß angeschlossen ist, um den flüchtigen Speicher und die Konfigurationen bei plötzlichen Stromausfällen zu sichern.
FAQ
Was ist die Hauptfunktion der Anschlüsse CN1 und CN2 am PM860-Modul?
Die Anschlüsse CN1 und CN2 sind RJ45-Ethernet-Schnittstellen, über die das PM860-Prozessormodul mit dem zentralen Control Network verbunden wird. Die Kommunikation erfolgt mit 10 Mbit pro Sekunde nach dem IEEE-802.3-10Base-T-Standard.
Wie viele S800-E/A-Einheiten können direkt über den integrierten elektrischen ModuleBus angesteuert werden?
Die elektrische ModuleBus-Schnittstelle des PM860-Prozessormoduls kann direkt einen Basis-Cluster mit bis zu 12 S800-E/A-Einheiten verbinden und mit Strom versorgen.
Was geschieht mit dem PM860-Prozessormodul, wenn die Eingangsspannung unerwartet ausfällt?
Das Modul verfügt über einen internen 5-ms-Energiespeicher, der ausreichend vorübergehende elektrische Energie bereitstellt, damit die Zentraleinheit eine saubere, kontrollierte Abschaltsequenz ausführen kann, ohne aktive Systemregister zu beschädigen.
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