Beschreibung
Mit der Ausführung lokaler Steuerungslogik bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung einer schnellen Feldbuskommunikation fungiert der BECKHOFF BC7300 als dezentraler programmierbarer Controller, der serielle Modbus-Netzwerke nahtlos mit modularen I/O-Klemmen verbindet. Dieser kompakte Controller integriert ein vollständiges SPS-Laufzeitsystem gemäß IEC 61131-3 und ermöglicht die lokale Vorverarbeitung von Signalen unabhängig vom übergeordneten Leitsystem. Das Gerät kann bis zu 64 Busklemmen aufnehmen und optimiert verteilte Topologien, indem es bis zu 256 digitale oder 128 analoge Ein- und Ausgänge direkt an der K-Bus-Baugruppe verwaltet.
Die integrierte RS485-D-Sub-Schnittstelle unterstützt sowohl Modbus-RTU- als auch ASCII-Protokolle und ermöglicht eine unkomplizierte Integration in bestehende SCADA-, DCS- oder SPS-Architekturen von Drittanbietern. Das Gerät wird mit TwinCAT-Programmierumgebungen konfiguriert und verfügt über eine robuste elektrische Trennung sowie eine eigene interne Stromversorgung, um angeschlossene Klemmenmodule auch unter rauen industriellen Bedingungen zuverlässig zu versorgen.
Funktionen
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Lokale Intelligenz: Das integrierte SPS-Laufzeitsystem führt 1 SPS-Task mit einer Zykluszeit von etwa 3 ms pro 1.000 Anweisungen aus.
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Flexible Adresskonfiguration: Adresseinstellungen und Betriebsarten können direkt über integrierte Drehschalter oder die KS2000-Software angepasst werden.
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Hohe I/O-Kapazität: Unterstützt den direkten Anschluss von bis zu 64 Beckhoff-Busklemmen (K-Bus-Erweiterung).
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Unterstützung zweier Protokolle: Konfigurierbar für serielle Kommunikationsprotokolle Modbus RTU oder Modbus ASCII.
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Großzügiger lokaler Speicher: Ausgestattet mit 32/96 KB Programmspeicher und 32/64 KB Datenspeicher sowie 512 Byte remanentem Datenspeicher.
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Industrieller Schutz: Bietet eine elektrische Trennung von 500 V zwischen den Leistungskontakten, der Versorgungsspannung und der Feldbusschnittstelle.
Anwendungen
- Dezentrale Fertigungsautomatisierungslinien, die eine lokale Vorverarbeitung erfordern.
- Einsätze als Remote Terminal Unit (RTU) in Infrastruktur-, Wasser- und Abwassersystemen.
- HLK- und Gebäudeautomatisierungsnetzwerke mit seriellen Modbus-RTU-Protokollen.
- Überwachungssysteme für Unterstationen, die eine lokalisierte Signalaufbereitung und -verarbeitung erfordern.
Technische Spezifikationen
| Parameter |
Spezifikationswert |
| Hersteller |
Beckhoff Automation |
| Modellnummer |
BC7300 |
| Feldbusschnittstelle |
9-poliger D-Sub, RS485 |
| Unterstützte Protokolle |
Modbus RTU, Modbus ASCII (Standard: RTU) |
| Datenübertragungsraten |
150, 300, 600, 1200, 2400, 4800, 9600, 19200, 38400 Baud |
| Programmiersoftware |
TwinCAT (über Programmierschnittstelle oder Feldbus) |
| Programmspeicher |
32 / 96 kByte |
| Datenspeicher |
32 / 64 kByte |
| Remanente Daten |
512 Bytes |
| K-Bus-Stromversorgung |
1750 mA |
| Leistungskontakte |
Max. 24 V DC / Max. 10 A |
| Betriebstemperatur |
0 bis +55 °C |
| Lagertemperatur |
-25 bis +85 °C |
| ATEX-Ex-Kennzeichnung |
II 3 G Ex nA IIC T4 Gc |
| Abmessungen |
51 mm x 100 mm x 69 mm |
| Produktgewicht |
170 g |
| Versandgewicht (berechnet) |
3,0 kg (mit robuster industrieller Schutzverpackung) |
Anschlüsse und Schnittstellen
| Pinbelegung der 9-poligen D-Sub-Schnittstelle |
Signalbezeichnung |
Beschreibung |
| Pin 3 |
RxD/TxD-B (+) |
Sende-/Empfangsdaten (positiv) |
| Pin 8 |
RxD/TxD-A (-) |
Sende-/Empfangsdaten (negativ) |
| Pin 5 |
GND |
Signalmasse-Referenz |
| Pin 1 |
Schirm |
Funktionserde / Schirmanschluss |
Empirische technische Erkenntnisse
Alternative Modelle und Kompatibilität
Der BC7300 ist für serielle Modbus-RTU/ASCII-Anwendungen vorgesehen. Systeme, die auf Ethernet-Infrastrukturen umgestellt werden, sollten jedoch den BC9000 (Modbus/TCP) in Betracht ziehen. Stellen Sie bei der Modernisierung bestehender Anlagen sicher, dass die TwinCAT-Zielsystemkonfiguration zur Zielarchitektur des BC passt, da eine Kompilierung für BK-Koppler mit programmierbaren BC-Controllern nicht kompatibel ist.
Typische Anwendungsfehler und technische Hinweise
Der BC7300 verfügt über eine maximale K-Bus-Versorgungskapazität von 1750 mA. Berücksichtigen Sie bei der Konfiguration eines dichten physikalischen Knotens mit mehreren Analog- oder Sonderfunktionsklemmen die kumulierte Stromaufnahme aller Module. Übersteigen die Anforderungen 1750 mA, müssen Sie Zwischenversorgungsklemmen (z. B. KL9110 oder KL9210) integrieren, um Ausfälle auf dem internen Bus zu verhindern.
Tipps zur Inbetriebnahme und Verdrahtung
Überprüfen Sie stets, ob der Abschlusswiderstand der physikalischen Modbus-RS485-Leitung korrekt geschaltet oder verdrahtet ist. Da der BC7300 die Stationsadressen der Drehschalter nur während der ersten Startphase ausliest, werden physische Änderungen der Knotenadresse im eingeschalteten Zustand erst nach einem vollständigen Aus- und Wiedereinschalten des Geräts wirksam.
Installationsrichtlinien
KRITISCHER SICHERHEITSHINWEIS
Trennen Sie alle elektrischen Energiequellen, bevor Sie mit der Hardwareinstallation, dem Anschließen von Leitungen oder dem Entfernen von Klemmenblöcken beginnen. Werden primäre Versorgungskreise und physische Kontakte nicht spannungsfrei geschaltet, kann dies zu dauerhaften Geräteschäden, Kurzschlüssen oder Stromschlaggefahr für Inbetriebnahmetechniker führen.
1
Montieren Sie den Controller BC7300 fest auf einer standardmäßigen 35-mm-DIN-Schiene (gemäß EN 60715), bis der hintere Verriegelungsmechanismus vollständig einrastet.
2
Schieben Sie benachbarte Beckhoff Busklemmen von rechts nach links auf die Schiene und nutzen Sie dabei die integrierte Doppelsteckverbindung und den codierten Anschluss für eine zuverlässige mechanische Ausrichtung.
3
Führen Sie die Feldverdrahtung in die Federkraftklemmen ein und betätigen Sie den Federmechanismus mit einem Schlitzschraubendreher. Isolieren Sie die Leiter exakt auf 8–9 mm ab.
4
Schließen Sie die serielle RS485-Modbus-Leitung über die 9-polige D-Sub-Schnittstelle an. Stellen Sie sicher, dass eine ordnungsgemäße Schirmung vorhanden ist und an einem einzigen, zentralen Erdungspunkt aufgelegt wird.