Produktübersicht
Der EL6900 (EL6900) ist ein dedizierter Sicherheitscontroller, der als zentrale Verbindungseinheit zwischen sicheren Eingangs- und Ausgangssignalen innerhalb eines EtherCAT-Netzwerks dient. Mithilfe des Protokolls Safety over EtherCAT (FSoE) ermöglicht dieses Terminal die Implementierung komplexer Sicherheitsfunktionen direkt im I/O-Segment. In industriellen Umgebungen mit hohem Risiko – etwa in Roboterzellen, automatisierten Montagelinien und Materialhandhabungssystemen – ist der EL6900 für die Verwaltung von Not-Halt-Funktionen, Lichtvorhängen und Schutztürüberwachung unerlässlich. Durch die Auslagerung der Sicherheitslogik aus der Standard-SPS auf diese spezialisierte Hardware erreicht das System höchste Sicherheitsbewertungen, einschließlich SIL 3 gemäß EN 61508 und PL e gemäß ISO 13849-1, und gewährleistet so maximalen Schutz für Personal und Anlagen.
Technische Konfiguration
Der EL6900 arbeitet als TwinSAFE-Logic-Terminal und kann bis zu 128 sichere Verbindungen verarbeiten. In einer dezentralen Sicherheitsarchitektur fungiert er als „Safety Master“ und kommuniziert mit verschiedenen TwinSAFE-fähigen Eingangs- und Ausgangsmodulen. Das Terminal verfügt über eine schnelle Zykluszeit von etwa 500 µs (abhängig von der Projektgröße) und eine parametrierbare Fehlerreaktionszeit, die deterministische Sicherheitsreaktionen ermöglicht. Da es seine Versorgung ausschließlich über den E-Bus (typischerweise 188 mA) bezieht, sind für den Logikbetrieb keine zusätzlichen Feldversorgungskontakte erforderlich. Die Konfiguration und die Sicherheitslogik werden über den TwinSAFE Configurator innerhalb der TwinCAT-Umgebung programmiert und ermöglichen eine nahtlose Integration von Standardsteuerung und funktionaler Sicherheit.
Technische Daten
| Merkmal |
Spezifikation |
| Modell |
EL6900 |
| Marke |
BECKHOFF |
| Protokoll |
TwinSAFE / Safety over EtherCAT (FSoE) |
| Sicherheitsstandard |
SIL 3 (EN 61508) / PL e (ISO 13849-1) |
| Zykluszeit |
Ca. 500 µs |
| Stromaufnahme E-Bus |
Typ. 188 mA |
| Fehlerreaktionszeit |
≤ Watchdog-Zeit (parametrierbar) |
| IP-Schutzart |
IP 20 |
| Abmessungen (B x H x T) |
12 mm x 100 mm x 68 mm |
| Betriebstemperatur |
0 bis 55 °C |
| Gewicht |
Ca. 50 g |
Technische FAQs
Kann der EL6900 Sicherheitsfunktionen unabhängig von der Haupt-SPS steuern?
Ja. Obwohl sich der EL6900 im EtherCAT-Terminalverbund befindet und über die Haupt-SPS kommuniziert, wird die Sicherheitslogik lokal im sicheren Prozessor des EL6900 ausgeführt. Selbst wenn die Standard-SPS stoppt oder ein Fehler auftritt, kann der EL6900 das Sicherheitssystem weiterhin unabhängig in einen „sicheren Zustand“ versetzen.
Wie viele Sicherheitsgeräte können von einem einzelnen EL6900-Terminal verwaltet werden?
Der EL6900 unterstützt bis zu 128 sichere Verbindungen. Damit kann er eine Vielzahl sicherer Sensoren und Aktoren (FSoE-Slaves) im Netzwerk überwachen und steuern und eignet sich somit für Sicherheitsanwendungen mittlerer bis großer Größe.
Was geschieht, wenn die Kommunikation zwischen den Sicherheitsmodulen unterbrochen wird?
Der EL6900 überwacht die Kommunikation über eine parametrierbare „Watchdog-Zeit“. Trifft das Sicherheitstelegramm innerhalb dieses Zeitfensters nicht ein – etwa aufgrund eines Kabelbruchs oder übermäßiger Störungen –, leitet der EL6900 automatisch die programmierte Fehlerreaktion ein, um sicherzustellen, dass das System in einem sicheren Zustand bleibt.
Leitfaden für Engineering und Installation
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Validierung des Sicherheitsprojekts: Nach der Programmierung der Sicherheitslogik in TwinCAT muss das Projekt überprüft und mithilfe eines sicheren Verfahrens auf den EL6900 geladen werden. Dokumentieren Sie stets die generierte CRC-Prüfsumme (Cyclic Redundancy Check); diese eindeutige Kennung stellt sicher, dass auf der Hardware exakt die autorisierte Version des Sicherheitscodes ausgeführt wird.
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Berechnung der E-Bus-Versorgung: Der EL6900 weist eine relativ hohe K-Bus-/E-Bus-Stromaufnahme von 188 mA auf. Stellen Sie bei der Auslegung Ihres Terminalsegments sicher, dass der EtherCAT-Koppler oder das vorgeschaltete Stromversorgungsterminal ausreichend Strom für den EL6900 und alle nachfolgenden sicheren I/O-Module bereitstellt, um Kommunikationsausfälle zu vermeiden.
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Verdrahtung und ESD-Sicherheit: Betätigen Sie die Federklemmen mit einem Schraubendreher, um sichere Verbindungen herzustellen. Obwohl der EL6900 keine Powerkontakte verwendet, sollte die umliegende Verdrahtung strengen ESD-Schutzvorgaben entsprechen. Stellen Sie sicher, dass die DIN-Schiene ordnungsgemäß geerdet ist, um einen niederohmigen Weg für elektromagnetische Störungen bereitzustellen, was für eine „fehlerfreie“ Sicherheitskommunikation entscheidend ist.