Produktübersicht
Das X20SO4110 (X20SO4110) ist ein fehlersicheres Ausgangsmodul der B&R-X20-Serie, das speziell für Anwendungen mit höchsten Sicherheitsstandards bis SIL 3 und PLe entwickelt wurde. Dieses Modul verfügt über 4 sichere digitale Ausgänge vom Typ A mit integrierter Stromüberwachung und ist damit eine wesentliche Komponente zur Steuerung sicherheitsrelevanter Aktoren wie Schützen, Sicherheitsventilen und Bremssystemen. Das X20SO4110 ist mit OSSD-Funktionalität (Output Signal Switching Device) ausgestattet und bietet eine Testimpulsbreite von weniger als 500 Mikrosekunden. Diese schnelle Diagnosefunktion ermöglicht es dem System, Kurzschlüsse und Querschlüsse in Echtzeit zu erkennen, ohne den Betrieb der angeschlossenen Aktoren zu unterbrechen, und gewährleistet so maximale Maschinenverfügbarkeit in industriellen Umgebungen mit Gefährdungspotenzial.
Technische Konfiguration
Die Hardwarearchitektur des X20SO4110 konzentriert sich auf proaktive Fehlererkennung und zuverlässigen Betrieb. Jeder der vier Ausgänge ist für 24 VDC bei 0,5 A ausgelegt und verfügt über eine hochentwickelte Stromüberwachungselektronik, die Rückmeldungen an die Safety-CPU liefert. Die Ausgangsklassifizierung „Typ A“ bezeichnet eine spezielle Schaltlogik zur Ansteuerung sicherheitsrelevanter Lasten, die bei einem Stromausfall oder einem internen Komponentenfehler gleichzeitig einen „sicheren Zustand“ aufrechterhält. Durch die Verwendung des openSAFETY-Protokolls über POWERLINK lässt sich das X20SO4110 nahtlos in das B&R-Sicherheitssystem integrieren und liefert detaillierte Diagnosedaten, anhand derer Wartungsteams spezifische Verdrahtungsfehler oder Lastprobleme erkennen können, bevor es zu einem vollständigen Anlagenstillstand kommt.
Technische Daten
| Merkmal |
Details |
| Modell |
X20SO4110 |
| Marke |
B&R Industrial Automation |
| Modultyp |
Sicherer digitaler Ausgang (Typ A) |
| Anzahl der Ausgänge |
4 |
| Nennspannung |
24 VDC |
| Ausgangsstrom |
0,5 A pro Kanal |
| OSSD-Impulsbreite |
Weniger als 500 Mikrosekunden |
| Stromüberwachung |
Integriert (Individuelle Kanalrückmeldung) |
| Sicherheitsintegrität |
SIL 3 (IEC 61508), PLe (ISO 13849-1) |
| Busprotokoll |
openSAFETY über POWERLINK |
| Schutzart |
IP20 |
| Versandgewicht |
4,0 kg |
Technische FAQs
Welchen Vorteil bietet die OSSD-Impulsbreite von <500 Mikrosekunden?
Die ultrakurzen OSSD-Testimpulse ermöglichen es dem X20SO4110
Kann dieses Modul mit nicht sicherheitsgerichteten SPS-CPUs verwendet werden?
Das X20SO4110 benötigt eine B&R-Safety-CPU (z. B. der X20SL-Serie) zur Verwaltung seiner sicheren Logik. Obwohl es physisch in einer X20-Station betrieben werden kann, die von einer Standard-CPU verwaltet wird, kann die sicherheitsrelevante Schaltung nur von einer zertifizierten Sicherheitssteuerung über das openSAFETY-Protokoll gesteuert werden.
Wie verbessert die Stromüberwachung die Systemsicherheit?
Durch die Überwachung des tatsächlichen Stromflusses kann das Modul „Stuck-at“-Fehler oder Lastabweichungen erkennen. Weicht die Stromaufnahme vom erwarteten Profil ab – beispielsweise aufgrund einer ausfallenden Spule oder eines Kabelbruchs –, kann das Modul der Sicherheitssteuerung signalisieren, die Maschine unverzüglich in einen sicheren Zustand zu überführen.
Leitfaden für Engineering und Installation
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Hinweise zu kapazitiven Lasten: Das X20SO4110 ist zwar für induktive Sicherheitslasten wie Schütze ausgelegt, doch bei langen Kabelstrecken oder Geräten mit hoher interner Kapazität muss sichergestellt werden, dass die Gesamtkapazität die OSSD-Testimpulse nicht beeinträchtigt. Eine zu hohe Kapazität kann den Testimpuls „glätten“ und dazu führen, dass das Modul fälschlicherweise einen Kurzschluss meldet.
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Verwendung einer externen Diode: Beim Schalten induktiver Lasten ist der interne Schutz des Moduls in der Regel ausreichend. Bei extrem hoher Schaltfrequenz oder Spulen mit hoher Induktivität kann eine externe Freilaufdiode in unmittelbarer Nähe der Last jedoch die elektromagnetischen Störungen weiter reduzieren und die Lebensdauer der Ausgangstransistoren des Moduls verlängern.
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Sichere Trennung der Stromkreise: Um die SIL-3-/PLe-Integrität aufrechtzuerhalten, sollte die Feldverdrahtung für sichere Ausgänge innerhalb der Kabelkanäle physisch von nicht sicherheitsgerichteter Verdrahtung getrennt werden. Verwenden Sie unterschiedliche Kabelfarben (typischerweise Gelb für Sicherheitskreise) und stellen Sie sicher, dass die Kabel gegen mechanische Beschädigung geschützt sind, um das Risiko einer Querverdrahtung zu minimieren.